Zitatesammlung

„Damit es sozial und wirtschaftlich schwierigen Stadtteilen wie der Nordstadt gelingen kann, den Auswirkungen des Strukturwandels zu begegnen und den begonnenen positiven Entwicklungsprozess fortzusetzen, hat die Stadt Dortmund das Quartiersmanagement als eine notwendige und wichtige Daueraufgabe der Kommune eingestuft.
Die Situation im Stadtteil wird auch zukünftig schwierig bleiben. Die Folgen der aktuellen Wirtschaftslage werden vor dem kommunalen Haushalt nicht Halt machen und von diesem zu bewältigen sein. Beides gilt es im Blick zu behalten.“ (Auszug aus dem Vorwort von Stadtdirektor Ullrich Sierau aus: Quartiersmanagement Nordstadt (Hrsg.): Initiativen – Projekte – Veranstaltungen – Netzwerke. Auswahl aus 2008, Dortmund 2009, S. 4)

"Nordstadt - Wandern, entlang der Bilderflut,
geeignet für jeden sagenhaft gut,
Geschichte verwoben mit Kunst und Kultur,
derartiges gibt’s in der Nordstadt nur."
(Beitrag beim SMS-Literaturwettbewerb Nordstadt von Marta Bern aus Meckenheim, 2003)

"IM HOF
KindergeschreiKatzengesangJazz-aus-dem-FensterHeimwerkerklang !
Und wenn im Konzerthaus die Geigen erklingen,
hörst du im Hof die Nordstadt singen."
(Beitrag beim SMS-Literaturwettbewerb Nordstadt von Mareike Glöß aus Dortmund, 2003)

"Sie war eine vorlaute Nordstadt-Göre, ich der klassische Kreuzviertel-Boheme. 'Das geht nie gut', meinten meine Freunde. Aber das tut es. Schon seit 8 Jahren."
(Beitrag beim SMS-Literaturwettbewerb Nordstadt von Nicolai Schwarz aus Dortmund, 2003)

"Tausend Geräusche,tausend Sprachen,tausend Düfte,die Kulturen zu Füßen liegend,die Haustür das Tor zur Welt-irgendwo mitten im Nordstadtkiez."
(Beitrag beim SMS-Literaturwettbewerb Nordstadt von Sandra Haddad aus Dortmund, 2003)

"Dieser Stadtteil hat durch die Mischung der verschiedenen Kulturen die Stadt Dortmund entscheidend als Ort einer städtischen, auf Austausch und Begegnung angelegten Stadtkultur geprägt; so wird die Stadt in ihren widersprüchlichsten Formen sichtbar. In diesem 'Vorort' brach in unterschiedlichster Weise die 'neue Zeit' herein, es wurden Experimente gewagt, die lange Zeit in vielen Bereichen Vorreiterfunktionen hatten.
Der Spruch 'Im Norden geht die Sonne auf' – in den 20er Jahren wahrscheinlich auf einem Schild der Arbeiter-Gaststätte 'Zum Faß' am Steinplatz zu sehen, aber schon 30 Jahre zuvor von dem Stadtverordneten Habich bekannt gemacht – bringt dieses Neue zum Ausdruck. Der dunkle Norden beanspruchte die 'Sonne' als Symbol der Hoffnung und des Aufbruchs. Gleichwohl war es oftmals nur eine Beschönigung der vielfach benachteiligten Situation in diesem Stadtteil." (Hrg. Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund, Flyer "Hinweise zur Ausstellung Im Norden geht die Sonne auf – Zur Kulturgeschichte der Dortmunder Nordstadt bis 1993 (26. Mai bis 15. Juli 1933)")

"Wie die Nordstadt in zehn oder zwanzig Jahren aussehen wird, kann heute mit letzter Sicherheit niemand sagen. Es bedarf aber keiner prophetischen Fähigkeiten, anzunehmen, daß sie auch dann noch nicht der gutbürgerliche Stadtteil sein wird, den viele - verständlicherweise - so gerne sähen." (aus: Stadt Dortmund, Projektgruppe Nordstadt, Das Nordstadt-Programm - Dokumentation eines Dortmunder Stadterneuerungsprojektes, Dortmund 1992, S. 38)

"So alt wie die Nordstadt ist ihr schlechter Ruf. Die Nähe zu Industrie, die Lage 'hinter dem Bahnhof' sowie einschlägige Vergnügungseinrichtungen haben der Assoziation mit Dreck, Elend und Laster von jeher Vorschub geleistet. Sicher ist dieses Bild einseitig. Richtig ist aber, daß die sehr heterogene Bevölkerungsstruktur und der hohe Anteil von Gruppen mit geringem sozialen Status viele latente, z.T. auch offene Spannungen bergen." (Stadt Dortmund, Projektgruppe Nordstadt, Das Nordstadt-Programm - Dokumentation eines Dortmunder Stadterneuerungsprojektes, Dortmund 1992, S. 6)

"In den letzten mehr als 30 Jahren wurden vielfältige Anstrengungen unternommen, die Lebensbedingungen im Dortmunder Norden zu verbessern. Daß viele Leitbilder und Konzepte sich im Laufe der Zeit gewandelt haben, kann das Engagement und die politischen Absichten der Akteure nicht in Frage stellen." (aus: Stadt Dortmund, Projektgruppe Nordstadt, Das Nordstadt-Programm - Dokumentation eines Dortmunder Stadterneuerungsprojektes, Dortmund 1992, S. 10)

"Bezirksvorsteher Jürgen Alexander Fischer, SPD ("Wir sind nicht die Bronx der Bundesrepublik") forderte bei der Lösung der vielen Probleme der Nordstadt die Solidarität der Gesamtstadt ein. Die Probleme seien auch nicht nordstadtspezifisch, sondern hier nur vermehrt vorhanden. Der Bezirksvorsteher: 'Seit zehn Jahren stellt die Wirtschaftspolitik ein Sechstel der Bevölkerung in die Ecke und lässt es durch die Städte versorgen. Die mannigfaltigen Probleme sind damit keine Erfindung der Nordstadt, sondern entstanden durch eine im Grundsatz verfehlte Sozialpolitik'." (WR 18.10.1990)

"Die Probleme in den Griff zu bekommen, ist nicht eine Fünf-Jahres-Aufgabe. Auch eine bescheidene Bilanz sollte die Stadt nicht davon abhalten, weiter Kräfte und Millionen für den Norden zu bündeln. Wenn nötig: noch Jahrzehnte." (Jörg A. Linden, WAZ 28.09.1990)

„Fülle und Intensität der Probleme stellen im Vergleich zur Gesamtstadt eine besorgniserregende und konfliktbeladene Situation dar. Diese Ausnahmesituation rechtfertigt und erfordert ein besonderes Verwaltungshandeln mit entsprechenden finanziellen, organisatorischen und personellen Anstrengungen.“ (Stadt Dortmund, Ratsvorlage vom 04.12.1989)

„Was mich am meisten fasziniert, sind die Leute die hier einkaufen. Ein Sprachgewirr verschiedener Nationalitäten hört man im Vorbeigehen. Am meisten gibt es türkische Läden und Imbisse. Da kann ich noch unbekanntes Obst und Gemüse kaufen, oder exotische Gerichte essen…“ (Auszug aus einem Brief von Katica an Zeljka vom 7.6.1980; zit. n. Verein für Internationale Freundschaften: Heimat in der Fremde,  in: Stadt Dortmund –Kulturbüro und Projektgruppe Nordstadt (Hrsg.): Nordstadtbilder – Stadterneuerung und künstlerische Medien, Essen, S. 304)

Zitat aus den Aufzeichnungen des Dortmunder Generalanzeigers Ende des 19. Jahrhunderts: "Das nördliche Stadtviertel war damals eine Stadt für sich, und was für eine anspruchsvolle und lebhafte Stadt! Ihre Bürger waren sich einig, daß dieses Viertel, das eigentlich die Hälfte der Stadt ausmachte, in Beleuchtung, Bepflasterung und tausend anderen Dingen vom Magistrat arg zurückgesetzt wurde. Es gingen damals dunkle Gerüchte, daß das nördliche Viertel völlig entrechtet und zu einer Art Ghetto für aufsässige Bürger werden sollte" (Karl Richter zit. n. Luntowski 1994, S. 275).

„Die ‚Moderne’ (…) blieb vorerst jenseits der Eisenbahn, sie stank und rauchte und zog eine neue Bevölkerung in die Stadt, die den ansässigen Bürgern fremd war. Als Verbindung zwischen dem neuen Hafen im Westen und dem expandierenden Stahlstandort im Osten erhielt die Nordstadt mit dem Bau der Mallinckrodtstraße im Jahr 1899 immerhin noch eine repräsentative Straßenachse, die die Arbeiterwohnstadt anfangs im Norden begrenzte, gleichzeitig aber wiederum die Erschließung der ihr nördlich gelegenen Gebiete initiierte. Zur Erholung gingen die Arbeiter der Nordstadt in das im Norden an der Straße zu Eving gelegene ‚Westerholz’, mit dem Vergnügungsetablissement ‚Fredenbaum’ (…). Man blieb so auch in der Freizeit unter sich.“ (Petz, Ursula von: Stadtplanung, Raumplanung, in: Kastorff-Viehmann, Renate / Petz, Ursula von / Walz, Manfred: Stadtentwicklung Dortmund: Die moderne Industriestadt 1918 – 1946, Dortmund 1995, S. 207)

„Im Nordstadtviertel fing es an
Mit neuen Häusern und Straßen
wuchs unsere Freundschaft heran
Gegen Mittag kam die Pause
Ich lehrte ihn das Wort ARKADAS
Und er mir das Wort Freund“
(Auszug aus einem Gedicht von Alisan Asik Kosan; zit. n. Verein für Internationale Freundschaften: Heimat in der Fremde,  in: Stadt Dortmund –Kulturbüro und Projektgruppe Nordstadt (Hrsg.) 1989: Nordstadtbilder – Stadterneuerung und künstlerische Medien, Essen, S. 305)

"Die Zahl der Zuwanderer wuchs und stellte bald fast die Hälfte der Einwohnerschaft. Erstaunlich zurückhaltend heißt es im historischen Rückblick des 5. Polizeireviers, der sogenannten 'Steinwache', aus dem Jahre 1929: ,Der Einwohnerschaft gab die bunt zusammengewürfelte, von fremdsprachigen Elementen stark durchsetzte und ständig im Fluß begriffene Arbeiterbevölkerung ihr besonderes Gepräge'." (Museum für Kunst und Kulturgeschichte 1990: Hinweise zur Ausstellung "Im Norden geht die Sonne auf")

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