Einrichtung der „Aktionsfonds“ in der Dortmunder Nordstadt

Projekt Zwischenzeit
Yogakurs
Streetballturnier
Open-Air-Filmfest
Hafenliebe
Gestaltung Außenwand
Mitternachtsturnier
Dezembertraum
Depot-Lounge

Mit der Einrichtung des trägergebundenen Quartiersmanagements am 01.07.2002 wurde im Zusammenhang mit der EU-Gemeinschaftsinitiative URBAN II für die Dortmunder Nordstadt der Weg für die Umsetzung sog. „Aktionsfonds“ für bürgerschaftliche Projekte geebnet. Ein Programmschwerpunkt sieht den „Aufbau von bewohnergetragenen Einrichtungen und Strukturen vor“. Damit wird auch auf den Aktionsrahmen „Nachhaltige Stadtentwicklung in der Europäischen Union“ von 1998 Bezug genommen, der den Aspekten „Bürgerbeteiligung“ und „lokale Partnerschaften“ eine bedeutende Rolle zuspricht.

Die Situation vor Ort in der Nordstadt wies günstige Voraussetzungen für die Einrichtung eines Quartiersbudgets in Bewohnerhand als zusätzliches Angebot der Beteiligung von Bürgern auf: Das Modellprojekt startete nicht im luftleeren Raum, sondern konnte auf vielfältige Strukturen der Bürgermitwirkung zurückgreifen, mit denen bereits gearbeitet wurde, wie z.B. die kleinräumlich ansetzenden Nachbarschaftsforen oder -kreise, Bürgerwettbewerbe, Ideenwerkstätten und Workshops. Im Frühjahr 2003 beschlossen die politischen Gremien nach einer entsprechenden Vorlage seitens des Planungsamtes die Bereitstellung eines Fonds von 15.000 Euro je Quartier (Hafen, Nordmarkt, Borsigplatz). Im Mai 2003 fand vor diesem Hintergrund ein Workshop statt, bei dem die Träger der Quartiersmanagements, Verwaltungsvertreter und der Bezirksvorsteher erste Vorschläge für die Einrichtung von Bürgerjurys und Verfahrensregeln erörterten. Am 25.09.2003 führten das Nordstadt-Forum und das Quartiersmanagement Nordstadt zudem ein Fachgespräch „Quartiersbudget“ durch, auf dem Erfahrungen in Quartieren der Sozialen Stadt in Berlin und Hamburg ausgetauscht wurden. Das Planungsamt entwickelte auf dieser Grundlage schließlich einen Verfahrensvorschlag, der im November 2003 in die entsprechenden politischen Gremien eingebracht und am 15.07.2004 vom Rat der Stadt Dortmund verabschiedet wurde.

Auf einer konstituierenden Sitzung am 08.12.2003 wurde pro Quartier eine Vergabejury mit 15 Mitgliedern eingerichtet: acht per Zufallsgenerator ausgewählte Bewohnervertreter und sieben Vertreter aus Vereinen oder Institutionen im Stadtteil (Bezirksvertretung, religiöse Gemeinschaften, Wohnungswirtschaft, Mieterverein, Gewerbetreibende, Elternvertreter und freien Träger).

Nach einer Testphase von einem Jahr entschied der Verwaltungsvorstand am 17.01.2006, dass bis zum Projektablauf am 30.06.2007 aus den Mitteln der EU-Gemeinschaftsinitiative URBAN II bis zu 30.000 Euro pro Quartier für weitere Projekte eingesetzt werden können. Mit der Weiterführung des Quartiersmanagements über die Programmlaufzeit hinaus wurden wiederum auch weitere Mittel für die Aktionsfonds bereitgestellt. Diese firmieren inzwischen seit 2008 unter dem Titel „Fonds für bürgerschaftliche Projekte“.

Die Aktionsfonds sollen das nachbarschaftliche und bürgerschaftliche Engagement anregen und stärken. Den Bewohnern wird damit – über die Bewohnerjurys – ermöglicht, über die Realisierung von Projekten in ihrer Nachbarschaft mitzuentscheiden. Unterstützung erfahren Aktivitäten aus folgenden Bereichen:

  • Förderung der Aktivierung von Bewohnern
  • Stärkung nachbarschaftlicher Kontakte und des Zusammenlebens
  • Förderung der Integration unterschiedlicher Gruppen im Quartier
  • Aufwertung des Wohnumfeldes
  • Belebung der Stadtteilkultur und
  • Imageverbesserung und Förderung von Eigenverantwortung und Selbsthilfe.

Die Projekte müssen aus bzw. mit der Bewohnerschaft initiiert werden; antragsberechtigt sind Privatpersonen, die im Stadtteil wohnen. Weitere Informationen sind hier verfügbar.

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